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Altersbilder im Wandel zwischen Würde und Bürde: Kultur oder Anti-Kultur humanen Alterns

Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2017 im Fachbereich Gerontologie / Alterswissenschaften, Note: 1,0, Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Institut für Geschichte, Theorie und Ethik in der Medizin), Veranstaltung: Weiterbildender Masterstudiengang Medizinethik, Sprache: Deutsch, Abstract: Eine in den letzten 150 Jahren hierzulande ansteigende und seither mehr als verdoppelte Lebenserwartung hat eine zunehmend anwachsende ältere Generation geschaffen, der es an Orientierung vermittelnden historischen Vorbildern mangelt. Dieser Text betrachtet und vergleicht unterschiedliche Altersbilder von der Antike bis in die Moderne in ihrem jeweiligen gesellschaftlichen Umfeld. Die von einer früher das Alter zumeist annehmenden gesellschaftlichen Randgruppe zu einer gesellschaftlichen Größe anwachsende ältere Generation ist mangels historischer Vorbilder auf der Suche nach einer identitätsstiftenden Orientierung. Angebote der modernen Anti-Aging-Medizin bieten idealisierende Trugbilder, die sich an Jugendlichkeit und Leistungsfähigkeit ausrichten. Ein dergestalt reduktionistisches Menschenbild generiert einen verpflichtenden Fitness- und Jugendlichkeitsimperativ und verhindert dadurch, dem Alter als eigenständige gleichberechtigte Lebensphase Gestalt zu verleihen. Ein der Leistungsorientierung überantwortetes empirisches Würdeverständnis leistet Altersdiskriminierung unreflektiert Vorschub. Es ist daher an der Zeit, in Gestalt einer ethischen Wende den Sinn der späten Lebenszeit als identitätsbewahrenden und identitätsbewährenden Selbstwerdungsprozess zu erfassen. Eine Kultur des humanen Alterns sollte daher die sich im Alter radikalisierende Erfahrung von Angewiesenheit, insbesondere hilfe- und pflegebedürftiger Menschen, als natürliche Fortsetzung einer lebensbegleitenden Angewiesenheit begreifen.