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200 Jahre Parkinsonsyndrom

1817â€"2017

Beschreibung

Geschichte eines komplexen Krankheitsbildes 1817 hat der englische Arzt James Parkinson in An Essay on the Shaking Palsy das Krankheitsbild, das heute seinen Namen trägt, erstmals beschrieben. Zittern (Tremor) und Bewegungsstörung (Akinese) waren zwar schon lange bekannt. Parkinson hat aber erkannt, dass die Symptome Teil einer einzigen Krankheit sind. Rund 50 Jahre später hat Jean- Martin Charcot in Paris das klinische Bild vervollständigt und auch erste Therapieversuche gemacht. Zahlreiche Forscher und Ärzte haben sich in der Folge um die Hintergründe und die Behandlung der Krankheit bemüht. Einen riesigen Schritt vorwärts hat in Wien Oleh Hornykiewicz mit dem Nachweis eines stark verminderten Gehalts der Überträgersubstanz Dopamin in bestimmten Hirnarealen der Betroffenen ermöglicht. Mit der Anwendung der Vorläufersubstanz L-Dopa durch Oleh Hornykiewicz und Walther Birkmayer in Wien und durch George Cotzias in New York konnte vor gut 50 Jahren erstmals eine symptomatische Therapie eingeführt werden, die das Schicksal der Patienten stark verbessert hat. Die Lebensqualität der Betroffenen ist seither viel höher und ihre Lebenserwartung hat sich praktisch normalisiert. Angefeuert durch diesen Erfolg hat das wissenschaftliche Interesse am Parkinsonsyndrom noch einmal stark zugenommen. Trotz vieler Fortschritte ist die Ursache der Krankheit immer noch umstritten und eine ursächliche Behandlung, die eine Heilung brächte, ist noch nicht in Sicht. Nicht einmal Parkinsons Hoffnung, dass das Fortschreiten der Krankheit bald aufgehalten werden könne ("there appears to be sufficient reason for hoping that some remedial process may ere long be discovered, by which, at least, the progress of the disease may be stopped"), hat sich nach 200 Jahren erfüllt.

Hans-Peter Ludin (* 22. Februar 1936 in St. Gallen). Er studierte Medizin an der Universität Bern und schloss 1961 mit Staatsexamen und Promotion ab. Seine Ausbildung zum Facharzt absolvierte er in Kopenhagen, Bern und Tschugg. Seine akademischen Lehrer waren Alexander von Muralt, Marco Mumenthaler (Bern) und Fritz Buchthal (Kopenhagen). Zurück am Inselspital in Bern, leitete Ludin von 1970 bis 1989 die EMG-Station und stand von 1983 bis 1989 der Neurologisch-Neurochirurgischen Poliklinik vor. 1973 wurde er an der Universität Bern für Neurologie, besonders klinische Neurophysiologie, habilitiert und 1977 zum nebenamtlichen und 1986 zum vollamtlichen ausserordentlichen Professor ernannt. Von 1989 bis 1999 arbeitete Ludin als Chefarzt der Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen. Von 1983 bis 1985 war Ludin Präsident der Schweizerischen Neurologischen Gesellschaft. 1985 war er einer der Gründer der Schweizerischen Parkinsonvereinigung, der er von 1985 bis 1991 als Vizepräsident und von 1985 bis 2011 als Präsident des Fachlichen Beirates und des Forschungsausschusses diente.